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Ganesha’s Blog

Startseite > Naikan > Das Dreistufen-Modell des Naikan

Letzte Änderung:
12.09.2014, 17:33

Das Dreistufen-Modell des Naikan

Naikan kann man aus verschiedenen Motivationen üben.

  1. Als soziales Heilmittel: um mit seinen Mitmenschen besser umzugehen, um ihren Blickwinkel besser zu verstehen, um das soziale Zusammenleben zu verbessern.
  2. Als psychisches Heilmittel: um mit sich selbst besser ins Reine zu kommen, um den eigenen tiefen Wunden Heilung zukommen zu lassen.
  3. Als metophysisches Heilmittel: um hinter die Kulissen der Welt zu schauen.
Was ist Mishirabe?

Naikan ist aus einer asketischen Übung namens Mishirabe entstanden. Mishirabe wird unter Aufsicht in einem Tempel und in Gemeinschaft geübt und kann bis zu 9 Tage dauern. Der Übende fastet indieser Zeit ohne etwas zu trinken und bleibt die ganze Zeit wach. Während der Übung stellt er sich ununterbrochen die Frage: "Wohin gehe ich, wenn ich jetzt sterbe." Das Ziel der Übung ist tatsächlich der Rand des Todes, einer Art Nahtodeserlebnis, bei dem in einer intuitiven Wesensschau die gesuchte Antwort erkannt wird. 

Noch ein paar Gedanken zum Naikan.

Inspiriert durch das Drei-Stufen-Modell des Naikans habe ich der Sache noch einmal nachgespürt. Die Mishirabe-Übung fragt nach dem Ursprung - wohin gehe ich, wenn ich jetzt sterbe? Die Antwort könnte möglicherweise lauten: dahin zurück, wo ich herkam. Ein bildhaftes Erinnern an dieses "wo ich herkam" ist uns in der Regel mit dem Geist, der aus dem "Wach-Zustand-Arbeitsspeicher" genährt wird, nicht möglich. Beharrlich geübtes Naikan, was meint tägliches Naikan, führt uns entlang der Tatsachen-Erinnerung aus dem Arbeitsspeicher unseres Geistes über diesen hinaus, in den Bereich aus dem die Intuition entspringt- dem Überbewussten.

Hier beginnt wohl deine dritte Stufe: die Erinnerung an den Urgrund; an die Einheit ohne Dualität oder daran das alles Gott ist. Ähnliches habe ich mal in einem Kommentar über Japa-Yoga von Swami Sivananda gelesen. Denn auch die stetige Wiederholung eines Mantras zielt darauf ab, von der bewussten Ebene - dem Arbeitsspeicher - auf eine überbewusste Ebene zu rücken, auf der wir uns an den Urgrund erinnern und uns dessen bewusst sind.

Häufig geübtes Naikan ist dem Japa-Yoga ähnlich. Beide Methoden klopfen an die Tür zum Überbewussten. Einmal mithilfe der Wiederholung eines Mantras und im Naikan mit den Erinnerungen an das eigene Leben, die vor dem inneren Auge entlang ziehen.

Den frühkindlichen Erinnerungen kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu, denn in diesem Lebensstadium waren wir dem Göttlichen noch sehr nahe. Nach meinem jetzigen Erfahrungsstand scheint es für die Übung von größer Bedeutung zu sein, dass sehr häufig und intensiv geübt wird.

Ich meine, Swami Sivananda hat es sinngemäß einmal so ausgedrückt, dass, je häufiger und kraftvoller an die Tür geklopft wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich öffnet. Auch hier gilt scheinbar das Prinzip von Ursache und Wirkung - mäßige Übung bringt in der Regel mäßigen Erfolg...

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